STILL DRAMA 1
Michel Decar + Martin Fritz

Edited by Malte Abraham, Svenja Viola Bungarten

Publication date: October 22, 2016. Paperback, 148 pp, 11,1 x 18,4 cm. German. ISBN 978-3-9819359-0-5. Photo by Miia Autio.

STILL DRAMA is an annual series promoting new dramatic writing.

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Description

Schere Faust Papier
von Michel Decar

Der Ort der Handlung ist ein Trichter. Da muss jede Menge durch: alle möglichen Bühnenbilder, sehr verschiedene Kostüme und Requisiten, dazu reichlich Personal aus der bewohnten Welt und der Geschichte der Menschheit. Die Startaufstellung ist schwer auf Zack und zügig unterwegs. Die Auswechselbank, so viel sei verraten, ist super besetzt von Ariel bis Ho Chi Minh. Und auch der erweiterte Kader ist vielversprechend: neben Chaplin, Neptun, Krishna und vielen anderen auch sowjetische Weltraumhunde und englische Tennisspieler. Es sind jede Menge Regieanweisungen am Start, auch Übungen für Schauspieler und einige technische Vorgänge zum Auswendiglernen. Natürlich auch eine Auswahl von Popsongs. Klar! Aber auch Geräusche sind im Angebot, insbesondere ein leises Kratzen. Choreographie und Emotion sind zwei Begriffe, die der Autor nicht unerwähnt lassen möchte. Michel Decars neues Stück ist ein faustisches Unterfangen. Umgeben von einer Vielzahl von Wörtern und Sätzen, Überschriften und Namen, Reihen und Listen gilt es, aus der Fülle der Welt zu tieferer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen zu kommen. (Text: rowohlt Theater Verlag)

   Michel Decar,
1987 in Augsburg geboren, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Für Jonas Jagow wurde er mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Theatertreffens 2012 ausgezeichnet. 2014 erhielt er den Kleist Förderpreis für Jenny Jannowitz. Zusammen mit Jakob Nolte schreibt er unter dem Namen Nolte Decar.

Uraufführung: 18. Dezember 2016, Thalia Theater Hamburg


Emma
von Martin Fritz

»Warum glaubt wer eigentlich daran, dass im Starsystem der Popkultur die relevanten Antworten zur Zeit zu finden sind?« Das ist die Frage in Martin Fritz’ Stück Emma. Ein Stoff so unerschöpflich wie das Internet. Martin Fritz exerziert mit seinem Stück eine Kultur der Ikonisierung. Er exponiert eine Gesprächskultur, in der die Bezugnahme über den Bezug selbst gestellt wird. Eine Gesprächskultur, die auf Scheindiskursen basiert, und in der eine Haltung nicht gebildet wird, sondern — wenn überhaupt — aus einer Liste von Haltungen ausgesucht wird. Diese kommen dann in Internetforen, die jedem die Möglichkeit geben, frei seine Meinung zu äußern, zu Tage. Die Figuren des Stücks treiben die Form des Kommentars auf die Spitze. Sie umkreisen ihre eigene Haltungslosigkeit, sie verlieren sich im großen Bezugspool Internet. Was ist eine Meinung und wer hat eine? Wie wird eine Meinung verbreitet und wo findet sie Widerhall? Was unterscheidet eine Meinung von einer Information? Was ist die richtige Meinung? Woran kann man glauben? »Ich glaube an die Personen die ich werden will.«

   Martin Fritz,
geboren 1982, schreibt Lyrik, Prosa und fürs Theater. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Deutsche Philologie in Innsbruck und promoviert derzeit über Popkultur und Web 2.0. Sein Lyrikband intrinsische süßigkeit (Berger Verlag) erschien 2013. Er wurde mit dem Literaturförderstipendium der Landeshauptstadt Innsbruck ausgezeichnet und war Stipendiat beim 15. Klagenfurter Literaturkurs. Emma ist sein erstes Theaterstück.

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